Ist Steirisches Kürbiskernöl kaltgepresst?

Diese Frage wird häufig gestellt und gelegentlich auch heiß diskutiert. Sie lässt sich jedoch nicht so einfach so mit ja oder nein beantworten, denn Kürbiskernöl hat einen Sonderstatus. Hier sind die Fakten.

Steirisches Kürbiskernöl

Die kurze Antwort

Steirisches Kürbiskernöl ist weder kaltgepresst noch heißgepresst. Wenn ein Händler oder Produzent also behauptet, sein Kürbiskernöl wäre kaltgepresst, sagt er also nicht die ganze Wahrheit.

Für Steirisches Kürbiskernöl gilt zwar die traditionelle Herstellung laut Spezifikation, die aufgrund der Definition eher der Kaltpressung als der Heißpressung zuzuordnen ist.

Genau genommen ist es jedoch kein typisch kalt gepresstes Öl. Da es jedoch bei der Pressung nicht aktiv erhitzt wird, sondern die Röstmasse (Erhitzung der Röstpfanne auf max. 120 °C) mechanisch gepresst wird, ist es auch keine Heißpressung. Außerdem unterliegt es im Anschluss einer natürlichen Sedimentation (Dekantieren) und nicht einer Raffination, wie es bei heiß gepressten Ölen üblich und notwendig wäre.

Die Pressung von Steirischem Kürbiskernöl ist demnach einer komplett eigenen Kategorie zuzuordnen.

Codex Austriacus Alimentarius Kürbiskernöl

... und für jene, die es genauer wissen wollen: Hier die etwas ausführlichere Antwort

Die ausführliche Antwort erfordert, dass man versteht, was unter “Kaltpressung” genau verstanden wird.

Das Österreichische Lebensmittelbuch (ÖLMB, auch bekannt als Lebensmittelkodex oder Codex Alimentarius Austriacus) regelt in Österreich Sachbezeichnungen und Begriffsbestimungen. Es definiert “kaltgepresste Öle” so:

Kaltgepresste Öle sind nicht raffinierte Öle, die ohne Wärmezufuhr nur durch mechanische Verfahren gewonnen werden. Sie werden nicht entschleimt, (teil-)entsäuert, gebleicht, desodoriert und/oder fraktioniert. Zur Entfernung der Trübstoffe sind Dekantieren, Filtrieren und/oder Zentrifugieren üblich. Die Filtration wird mit Papier- oder Stofffiltern oder anderen inerten Filterhilfsstoffen durchgeführt.
Vor- bzw. Nachbehandlungsverfahren wie Rösten der Rohware und/oder Waschen, Dämpfen des Öles sind möglich und werden durch entsprechende Hinweise angegeben.
Sie enthalten keine Zusatzstoffe.
Werden kaltgepresste Öle zusätzlich als nativ bezeichnet, so erfolgt eine Vorbehandlung der Saat ausschließlich durch mechanische Verfahren. Eine Nachbehandlung des Öles erfolgt nur durch Dekantieren, Filtrieren und/oder Zentrifugieren.


Im selben Verzeichnis wird auch die Definition von Kürbiskernöl geliefert:

Kürbiskerne, die Samen des gewöhnlichen Feldkürbis Curcurbita pepo L. u. a., liefern, wenn sie geschält und gepresst werden, ein grün-gelbes Öl. Werden diese Kerne jedoch vor der Pressung geröstet, ergibt sich ein dunkleres, gelblich-bräunliches bis dunkelgrün-rötliches Öl.

Das in Österreich, vor allem in der Steiermark, hergestellte Kürbiskernöl wird überwiegend aus den schalenlos wachsenden Kernen des steirischen Ölkürbisses (Curcurbita pepo styriaca) gewonnen.
Diese werden vor dem Pressen stets einem Röstvorgang unterzogen. Die dadurch entstehende Charakteristik ergibt ein dunkel gefärbtes, dichroitisches Öl, das im durchfallenden Licht dunkelgrün-rötlich erscheint.
Verpresst werden nur ausgesuchte und sorgfältig behandelte Kürbiskerne.

Die Zugabe von Wasser und Salz als Presshilfe ist statthaft.

Je nach der Intensität des Röstvorganges kommt es zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Röstgeschmack.

Zur typischen Erzeugung ist ein langsames Erwärmen mittels Rührwerk vor dem Pressen üblich, wodurch der Wassergehalt deutlich abgesenkt wird und der spezifische Röstgeschmack entsteht.
Das Öl wird aus der Röstmasse ohne weitere Wärmezufuhr ausschließlich durch mechanische/hydraulische Verfahren gewonnen.

Das Öl wird weder entschleimt, (teil-)entsäuert, gebleicht, desodoriert und/oder fraktioniert.

In Verbindung mit “Kern-” oder “Kürbiskern-” in der Sachbezeichnung, z. B. “Kernöl”, “Kürbiskernöl”, “Bauernkernöl”, “Steirisches Kürbiskernöl”, mit einem Hinweis “echt” oder “100 %ig” oder mit Kürbisabbildungen in Verkehr gebrachte Erzeugnisse sind immer reines, durch erste Pressung hergestelltes Kürbiskernöl.

Die Bezeichnung “Steirisches Kürbiskernöl” unterliegt der VO EG 510/2006 und der aktuellen Produktspezifikation für Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.

Ein aus Kürbiskernöl durch Verschnitt mit anderem Speiseöl hergestelltes Öl wird als “Salatöl” (“Speiseöl”, “Tafelöl”) bezeichnet. Der Prozentanteil an Kürbiskernöl wird deklariert. Bei solchen durch Verschnitt von Kürbiskernöl mit anderen Speiseölen hergestellten Ölen, die sich in der dunklen Farbe von reinem Kürbiskernöl nicht un-terscheiden, darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass es sich um reines Kürbiskernöl handelt.

Das Pressverfahren von Steirischem Kürbiskernöl g.g.A. ist in der Spezifikation als traditionell und schonendes Verfahren definiert. Genau genommen ist es kein typisch kalt gepresstes Öl. Da es aber bei der Pressung nicht aktiv erhitzt wird, sondern die Röstmasse (Erhitzung der Röstpfanne auf max. 120 °C) mechanisch gepresst wird, ist es auch keine Heißpressung. Desweiteren unterliegt es im Anschluss einer natürlichen Sedimentation (Dekantieren) und keiner Raffination, wie es bei heiß gepressten Ölen üblich und notwendig ist.

Fazit:

Für Steirisches Kürbiskernöl gilt die traditionelle Herstellung lt. Spezifikation, welche aufgrund der Definition eher der Kaltpressung als der Heißpressung zuzuordnen ist. Unterm Strich nimmt sie als schonendes traditionelles Pressverfahren eine Sonderstellung ein und hebt die Einzigartigkeit unseres Kernöls hervor.

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